Kapey
Seit einiger Zeit fielen mir wieder vermehrt meine Haare aus. Ich habe eine Unterfunktion der Schilddrüse und der Haarausfall ist ein Anzeichen für diese Funktionsstörung. Bevor diese Störung bei mir festgestellt wurde, wusste ich nichts von den Anzeichen der Störung. Haare fallen jeden Tag aus, dass ist normal und nichts ungewöhnliches. Zum Glück habe ich viele Haare und so ist mein Haarausfall auch nie ein Problem gewesen. Erst andere Anzeichen, wie Gewichtszunahme ohne ersichtlichen Grund, haben mich zum Arzt gebracht. Meine Tabletten nehme ich regelmäßig und so war mein erster Gang natürlich zu meinem Hausarzt. Der kontrollierte meine Schilddrüsenwerte und da war alles in Ordnung. Also war mein nächster Gang zu meiner Hautärztin. Beim nächsten Haare waschen hob ich mir alle Haare auf, die ich mir so vom Kopf ziehen konnte und packte sie in eine kleine Plastiktüte.

In der Praxis waren zwei Ärztinnen und ich ging dort jährlich zur Hautkrebs-Vorsorge. Die eine, eine sehr nette und kompetente Ärztin wollte in Rente gehen, erfuhr ich in der Praxis und deshalb dauerte es so lange mit dem Termin. Sie arbeitete nur noch stundenweise, als Übergang in die Rente. Die andere Ärztin sprach so schlecht deutsch, dass ich sie schlecht verstehen konnte. Sie war unfreundlich, kurz angebunden und mir unsympathisch und ich machte deshalb immer einen Termin bei der anderen Ärztin. 

Als ich im Behandlungszimmer war, kam diese andere Ärztin in den Raum und fragte mich, welche Beschwerden ich habe. Ich fragte nach der anderen Ärztin und bekam zur Antwort, dass sie es sich gestern überlegt hatte und spontan in den Urlaub gefahren sei. Dagegen hätte sie ja nichts machen können, denn sie arbeitet ja nur noch freiwillig einige Stunden. Ich hatte 3 Monate auf diesen Termin gewartet, damit ich -nicht- zu dieser Ärztin musste. Ich holte meine Tüte mit den Haaren aus meiner Handtasche und erklärte mein Problem.

Genervt sah mich die Ärztin an und sagte: "Täglich fallen jedem Menschen 50 - 100 Haare aus und sie haben doch genug davon auf ihrem Kopf. Um zu beurteilen, ob es sich um einen -normalen- Haarausfall handelt oder nicht, muss man die ausgefallenen Haare zählen". So verständlich hat sie es natürlich nicht gesagt, ich -übersetze- es hier für sie. Damit war ich -entlassen- und konnte gehen. Also machte ich sofort einen neuen Termin und der war schon in wenigen Tagen, denn auf die andere Ärztin brauchte ich jetzt nicht mehr zu warten. Zu Hause zählte ich meine Haare und es waren 248 Stück. Haare, die auf den Boden im Badezimmer gefallen waren, hatte ich zusammen gekehrt und in den Müll getan. Es waren also eigentlich noch mehr Haare, die mir bei einmal Waschen ausgegangen waren.

Beim nächsten Termin sah mich die Ärztin erneut genervt an, als ich wieder meine Tüte mit den ausgefallenen Haaren aus der Tasche zog. Sie sagte: "Täglich fallen jedem Menschen am Tag 100 - 150 Haare aus" (?). Sie sah auf meine Tüte, worin ein großer Zettel lag, worauf -248 Stück- geschrieben stand. Ärgerlich sagte sie: "Was glauben sie eigentlich, wie viele Krankheiten es gibt, die sich durch Haarausfall zeigen. Das ist für einen Hautarzt genauso schlimm, als wenn sie zu ihrem Hausarzt sagen, sie haben Kopfschmerzen". Sie öffnete die Zimmertür und ging aus dem Behandlungszimmer und lies mich dort, quasi mit offenem Mund, einfach stehen!

Geklärt ist mein Haarausfall bisher nicht und einen neuen Hautarzt oder Hautärztin habe ich auch noch nicht. -Dr. Google- hat mir einige Krankheiten aufgezeigt, die sich durch Haarausfall bemerkbar machen. Aber geholfen hat mir das natürlich auch nicht. Mein Hausarzt ist in Rente gegangen und ich konnte es vorher nicht mehr mit ihm besprechen. Nun hoffe ich auf meinen neuen Arzt oder Ärztin.

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